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Profil von Yaila Zotzmann

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Yaila Zotzmann
Für Yaila Zotzmann aus Werne beginnt am Mittwoch ein neues Leben: Vier Jahre will die 19-Jährige in den USA auf Bachelor studieren -- zunächst in Missouri. Die Abiturientin des Hammonense hat für das christlich-liberale Hannibal-La-Gronge-College ein Sport-Stipendium bekommen, wird Psychologie studieren und im Basketball-Team "The Trojans" spielen. Gedraftet wurde Zotzmann, die für den TV Werne in der Frauen-Oberliga spielte, im Rahmen eines Tryouts im Juli in Florida. "Im Moment bin ich noch recht gelassen. Aber wenn es jetzt ans Koffer packen und Zimmer ausräumen geht, wird das anders werden", sagt Yaila. Der nächste Rückflug ist erst für den 10. Mai geplant. Nun hat sie die Qual der Wahl -- bei einer Obergrenze von 46 Kilo Gepäck. Einer darf auf keinen Fall fehlen: "Mein Teddy." Der ist auch Maskottchen, wenn ab Ende Oktober die Saison in der Division 1 der Hochschul-Liga NAIA läuft. "Man kommt da ziemlich rum", sagt Yaila. Sonst sei die Möglichkeit, Land und Leute kennen zu lernen, stark eingeschränkt: "Wenn du in die USA gehst -- vor allem mit Stipendium -- muss dir klar sein, dass du nicht viel anderes machen kannst. Sport und Studium stehen im Vordergrund. Am Wochenende ausgehen ist nicht drin." Ganz wichtig auch: Disziplin, vor allem Selbstdisziplin. "Sonst", sagt Yaila, "hält man das nicht durch." Eine gute Freundin, Bundesliga-Spielerin in Bonn, hatte nach einem halben Jahr keinen Spaß mehr: "Ihr hat das typisch deutsche Studentenleben gefehlt." Gab's ein Schlüsselerlebnis? "Die USA haben mich immer schon fasziniert, seit wir in der Schule den American Dream besprochen haben", sagt Yaila. Im Sommer 2007 besuchte sie mit dem Lions Club Virginia Beach, lebte in einer Gastfamilie: "Da hat sich verfestigt, dass ich in den Staaten studieren möchte. Ich habe mich direkt wie zu Hause gefühlt." Mit Unterstützung einer Agentur in Münster überwindet sie alle bürokratischen Hürden. Die Einreisebestimmungen sind sehr hart, auch für das College sind viele Dokumente nötig. Und Geld erst recht, auch wenn ihr Stipendium 70 Prozent abdeckt. Ein Jahr kostet gut 22 000 Euro für Wohnen, Essen und Gebühren. Hinzu kommen Flugkosten -- sonstige Extras nicht eingerechnet. Da waren 3 000 Euro für die Tryouts in Florida gut angelegt. Yaila, neben einer Französin das einzige Mädel, überzeugte auf dem Feld, im Umgang mit Spielern und Coaches und auch sprachlich: "Einen Langenscheidt brauch ich nicht mehr." Die Flügelspielerin, die gefühlt "schon immer" Basketball gespielt hat, hat sich bei den knallharten Tryouts jedenfalls so gut angestellt, dass der Kontakt zum Hannibal-LaGronge hergestellt wurde. Mit ihrer jungen Trainerin, Delena White, hat sie Mail-Kontakt. "Ein bisschen Angst habe ich vor der ersten Trainingseinheit", sagt Yaila, "sie ist zwar lieb und kumpelhaft, aber als Coach, glaube ich, strenger und härter." Das Programm: Erste Woche einleben, ab der zweiten Woche zehn Einheiten je Woche. Morgens Athletik, Kraft, abends mit Ball -- Freundschaftsspiele nicht eingerechnet. Hinzu kommen Fitnessstudio und zusätzliche Einheiten mit einem Physiotherapeuten auf eigene Rechnung. In der Saison sind zwei bis drei Spiele pro Woche zu bestreiten. Ach ja, und in den Hörsaal muss Yaila auch. "At Hannibal-LaGrange, you'll be a name, not a number", heißt es auf der College-Homepage, doch eine große Nummer will Yaila schon werden -- und haben. Im Moment verhandelt sie mit der Trainerin. Wunschnummer ist die 21, die des legendären Magic Johnson. "Die wollen aber alle haben", weiß Yaila, und hat auch noch die 32, die 2 und die 31 angegeben. Das Hannibal-LaGronge wird vielleicht nicht die letzte Station in den USA sein. "Ich hatte 17 Angebote, die zählen immer noch. Ich kann mich nach einem Jahr neu entscheiden", sagt Yaila. Ob ihre Eltern sie besuchen werden, ist offen: "Kommt drauf an, wie sie Zeit haben und ich sie unterbringen kann." Der Kontakt nach Hause wird sich vornehmlich auf Internet-Telefon und Webcam beschränken. "Ich habe nicht jeden Abend was zu erzählen, aber ab und zu." Einen Laptop hat Yaila schon in den USA kaufen lassen -- wegen der amerikanischen Stecker und Tastatur. Auch da überlässt sie -- wie bisher in ihrem Leben -- eben nichts dem Zufall.

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